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Klinikmagazin 2011 - LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt - 14. Ausgabe



 

Die gläsernen Kliniken

Von Sydney bis Anchorage kann jeder lesen, was die AW03 ist – wenn er möchte


Zugegeben, den Durchschnittsbürger am anderen Ende der Welt wird es nicht sonderlich interessieren, dass er sich in der Station AW03 der LWL-Klinik Warstein wegen Depressionen behandeln lassen kann. Aber er könnte – wenn er denn möchte – an sieben Tagen in der Woche zu jeder Uhrzeit erfahren, was dieses Krankheitsbild auszeichnet, wie er mit uns in Kontakt treten kann und wer seine Ansprechpartner sind. Ganz so wie jeder, der über einen Internetzugang verfügt, egal ob sich dieser in Sydney oder Anchorage befindet.
Das Internet ermöglicht einen ganz unmittelbaren Blick in unsere dann gläsernen Kliniken. Neben einer Vielzahl von Textbeiträgen, die über medizinische und therapeutische Angebote informieren, vermitteln Videos und Fotografien einen ersten Eindruck davon, wie es bei uns aussieht und zugeht. Der Nutzer erfährt von der neuesten Publikation eines Chefarztes ebenso wie von der Ehrung langjähriger Mitarbeiter, kann einen Blick in die beiden Parkgelände werfen oder das Programmheft unseres Fort- und Weiterbildungszentrums herunterladen. Kurzum: Noch bevor er überhaupt Kontakt zu uns aufgenommen hat, ist er bereits mittendrin im Klinikgeschehen. Unabhängig davon, ob es zu einer stationären Aufnahme kommt – oder auch nach einem Klinik-aufenthalt – können sich Interessierte zudem über weiterführende Angebote, zum Beispiel Selbsthilfe- und Angehörigengruppen, informieren.
Dass dies für wirklich Jedermann gilt, Internetanschluss vorausgesetzt, macht die Gestaltung der Websites zu einer besonderen Herausforderung. Sie sind unsere Visitenkarte, unser virtuelles Aushängeschild, dessen Bedeutung als Marketing-Faktor zunehmend wächst.
Da wir in allen Abteilungen sehr differenzierte und teils hoch spezialisierte Angebote vorhalten, rückt der regionale Faktor – noch entscheidend, wenn jemand „nur“ eine Behandlung in seiner Nähe wünscht – mitunter in den Hintergrund. Es kommt zunehmend auf die Außendarstellung an, wenn mehrere Kliniken zur Wahl stehen: Wie kompetent, wie einladend, wie ansprechend wirkt eine Einrichtung, der ich meine psychische Gesundheit oder die eines mir nahe stehenden Menschen anvertrauen möchte? Auch mögliche Zuweiser wollen ihre Patientin oder ihren Patienten in guten Händen wissen.
Nun stellt der junge Borderline-Patient, für den virtuelle Welten zur zweiten Heimat geworden sind, ganz andere Ansprüche als die Frau mittleren Alters, die nach geeigneten Behandlungsangeboten für ihre an Demenz erkrankte Mutter sucht. Vom niedergelassenen Mediziner ganz zu schweigen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit – durchaus berechtigte – Kritik an unseren Internetauftritten: zu lange Texte, zu wenig strukturiert. Es dauerte oft zu lange, bis man die gewünschte Information lesen konnte, wenn man überhaupt bis dorthin durchdrang.
Um speziell Menschen, die mit Psychiatrie bislang nicht in Berührung gekommen sind, einen Einstieg zu ermöglichen, haben wir im Jahr 2008 die Internet- und CD-Präsentation „Lichtblicke für die Seele“ neu aufgelegt, zu erreichen unter der Adresse www.wk-warstein.de. Eine Vielzahl an Fotos und informative Videos sollen helfen, Vertrauen in unsere Einrichtungen zu gewinnen und mögliche Berührungsängste abzubauen. Ermöglicht hat dies der Stadtmarketingverein Warstein, speziell dessen Geschäftsführer Gerd Flaig, der uns mit technischem Sachverstand und dem nötigen Equipment tatkräftig zur Seite stand.
Im zurückliegenden Jahr haben wir auch unseren regulären Websites ein neues Gesicht verpasst. In Kürze sollen die Seiten peu à peu freigeschaltet werden. Im Aufbau folgen sie der Devise: Viele Wege führen zum Ziel. Oder, um es treffender zu formulieren: Zahlreiche Verlinkungen führen kreuz und quer durch das Daten-Labyrinth. Dabei ist es nicht erforderlich, einen speziellen Pfad einzuschlagen. Und mit einem Klick ist man wieder in dem Bereich, den man ursprünglich betreten hatte – falls man sich doch einmal „verlaufen“ sollte.
Herzstück der neuen Seiten sind zwei verschiedene Nutzerbereiche. Im Info-Center erhalten Erkrankte und Angehörige erste Informationen, auch um ihnen etwaige Vorbehalte gegenüber psychiatrischen Einrichtungen zu nehmen. Sie erhalten einen kurzen Überblick über die bei uns behandelten Krankheitsbilder und erfahren, wie sie mit uns in Kontakt treten können.
Mögliche Zuweiser – zum Beispiel niedergelassene Ärzte oder Suchtberatungsstellen – finden unter der Rubrik „Fachinformationen“ zielgerichtete Hinweise auf unser Leistungsangebot und können sich über laufende Forschungsprojekte oder wissenschaftliche Publikationen informieren.
Dass mit der Freischaltung der neuen Internetseiten nicht der letzte Schritt getan ist, liegt auf der Hand. Nirgendwo verläuft Fortschritt rasanter als im World Wide Web. Längst ist das Web 2.0 mit seinen Portalen Twitter und Facebook bei uns Thema. Auch wir fragen uns: Sind die Chancen, die sich dort bieten, den erforderlichen Aufwand wert? Noch ist es nicht soweit, doch mittelfristig werden sich unsere LWL-Kliniken auch diesen Neuerungen nicht verschließen.
Eva Brinkmann, Öffentlichkeitsbeauftragte

Eine Auswahl der Portale, in denen wir vertreten sind:

www.medfuehrer.de
www.aerzteadressbuch.de
www.wikipedia.de
www.youtube.de