
- Herr T. hat es geschafft: Mit seiner Lebenspartnerin, deren Familie und Hündin Leika lebt er selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung.
Rückkehr in die Normalität
Das Beispiel „Haus Silberstreif“ zeigt: Die Reintegration chronisch Suchtkranker in ein eigenständiges Leben kann gelingen

- Einfache Verrichtungen des Alltags sind im „Haus Silberstreif“ ein wichtiger Schritt hin zur Selbstständigkeit.
Der Weg aus der Abhängigkeit in ein abstinentes, selbstbestimmtes Leben ist steinig und beschwerlich. Damit er gelingen kann, bedarf es meist fachlicher Begleitung, zum Beispiel durch das „Haus Silberstreif“ in Warstein.
Die soziotherapeutische Einrichtung für chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke bietet sowohl stationäre Wohnformen als auch Ambulant Betreutes Wohnen an. Ihr Ziel ist es, den Klientinnen und Klienten die Rückkehr in die Normalität zu ermöglichen: die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und die Teilhabe am Arbeitsleben.
Anhand von zwei Beispielen möchten wir erfolgreiche Integration vorstellen: Herr T. wurde nach Beendigung einer Entwöhnungsbehandlung in der LWL-Klinik Warstein im Wohnheim „Haus Silberstreif“ aufgenommen. Zum damaligen Zeitpunkt zeigten sich bei ihm folgende Probleme:
· körperliche und psychische Folgeschäden durch Alkohol
· keine sozialen Kontakte
· Schulden
· nicht erledigte Behördenangelegenheiten und Unfähigkeit, diese zu bearbeiten
· keine Arbeit oder Beschäftigung
Herr T. formulierte für sich das Ziel der Abstinenz. Zum ersten Kontakt mit dem Sozialdienst des Wohnheimes erschien er mit einer Plastiktüte unsortierter, unerledigter Schreiben. Gemeinsam wurden diese sortiert und bearbeitet. Herr T. wirkte aktiv an seiner Schuldenregulierung mit. Zum Teil ließen Gläubiger sich auf Ausbuchung der Schulden ein, zum Teil zahlte Herr T. vom Taschengeld in geringen Raten seine Schulden ab.
Ein wichtiger Schwerpunkt in der Konzeption des „Haus Silberstreif“ sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich ist eine geregelte Tagesstruktur. Nach Aufnahme ins Wohnheim ging Herr T. in der Parkgruppe des LWL-Wohnverbunds Warstein einer geregelten Tätigkeit von täglich sechs Stunden nach.
Herr T. zeigte zunehmend eine körperliche wie auch psychische Stabilisierung. Eine Belastungserprobung in Form eines Praktikums bei einer Gärtnerei in Warstein zeigte, dass Herr T. den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht gewachsen ist. Daraufhin wurde beim Rentenversicherungsträger ein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt. Herr T. ist seit 2002 in den Westfälischen Werkstätten Lippstadt – Gartengruppe Warstein – tätig.
Nach fünf Jahren Wohnheim suchte Herr T. sich eine eigene Wohnung, richtete sich diese gemütlich ein. Eine Begleitung im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens war ihm auf seinem weiteren Weg zur Selbstständigkeit sehr wichtig; er nahm dieses freiwillige Hilfsangebot ernst.
Das Betreute Wohnen konnte erfolgreich nach vier Jahren beendet werden. Er hält immer noch Kontakt zum „Haus Silberstreif“. Seine Lebensgefährtin wird ebenfalls von uns im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens begleitet.
Seine jetzige Situation stellt sich wie folgt dar:
· Herr T. lebt seit zehn Jahren abstinent.
· Er hat seine Post sortiert in Ordnern mit Klarsichthüllen abgeheftet.
· Die Privatinsolvenz mit Unterstützung der Schuldenberatungsstelle ist bald abgeschlossen.
· Behördenangelegenheiten regelt er eigenständig – er verfasst Briefe am PC.
· Er geht einer geregelten sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen nach.
· Er bezieht eine EU-Rente.
· Er hat Kontakte zu seiner Familie in Form von Telefonaten und gegenseitigen Besuchen.
· Er lebt mit seiner Lebenspartnerin und deren Kindern zusammen.
· Er hat den Führerschein gemacht.
· Er hat einen eigenen Pkw.
Wie bereits erwähnt, bietet „Haus Silberstreif“ im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens auch Begleitung in Wohngemeinschaften an. Die langjährige Erfahrung zeigte immer wieder, dass den Klienten in Einzelwohnungen die sozialen Kontakte fehlen, Vereinsamung wurde kompensiert mit Suchtmitteln.
Eine unserer Sechser-Wohngruppen (WG), das zweite Beispiel erfolgreicher Integration, das wir vorstellen möchten, liegt im Zentrum eines Warsteiner Ortsteils. Sowohl die Teilhabe an der Gemeinschaft, als auch die Teilhabe am Arbeitsleben ist bei den dort derzeit lebenden Klienten gut gelungen.
Zahlreich sind die Nachbarn unserer Einladung zur Eröffnung gefolgt. Im Sinne der Nachbarschaftshilfe werden gegenseitig Werkzeuge ausgeliehen, es kommt zum „Plausch am Zaun“. Ein Klient mäht beim Nachbarn den Rasen. Die gesamte WG war zum Kommunion-Nachbarschaftskaffee eingeladen. Am Wochenende frühstücken die Klienten gemeinsam und trinken nachmittags zusammen Kaffee. In Hausversammlungen wird das Leben unter einem Dach koordiniert, zwischenmenschliche Probleme besprochen und nach Lösungen gesucht. Das Zusammenleben bietet ein gutes Übungsfeld, soziale Kompetenzen zu trainieren.
Alle sechs Klienten dieser WG gehen einer geregelten Tagesstruktur nach:
Zwei Klienten sind in der Parkgruppe des LWL-Wohnverbunds Warstein beschäftigt. Einer von ihnen versorgt samstags und sonntags die Tiere, unter anderem das Wild im Gehege. Diese verantwortungsvolle Aufgabe gibt ihm auch am Wochenende eine wertvolle Tagesstruktur.
Ein Klient geht täglich sechs Stunden in die Werkstatt für industrielle Arbeitstherapie des LWL-Wohnverbunds Warstein.
Drei Klienten haben ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis in der Werkstatt für Behinderte: zwei in der WfbM Startec in Lippstadt, einer in den Westfälischen Werkstätten Lippstadt, Gartengruppe Warstein.
Die obigen Beispiele zeigen gelungene Integration. Zur Begleitung chronisch suchtkranker Menschen gehören aber auch Rückfälle, Abbrüche oder die Notwendigkeit, in das Wohnheim zurückkehren zu können. Es ist unser Wunsch, dass jede Klientin und jeder Klient die richtige Hilfeform findet, um sie im Sinne der eigenen Ressourcen zur Erreichung seiner Ziele zu nutzen.
Marianne Rüther
Leiterin Ambulantes Wohnen
„Haus Silberstreif“
Die soziotherapeutische Einrichtung für chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke bietet sowohl stationäre Wohnformen als auch Ambulant Betreutes Wohnen an. Ihr Ziel ist es, den Klientinnen und Klienten die Rückkehr in die Normalität zu ermöglichen: die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und die Teilhabe am Arbeitsleben.
Anhand von zwei Beispielen möchten wir erfolgreiche Integration vorstellen: Herr T. wurde nach Beendigung einer Entwöhnungsbehandlung in der LWL-Klinik Warstein im Wohnheim „Haus Silberstreif“ aufgenommen. Zum damaligen Zeitpunkt zeigten sich bei ihm folgende Probleme:
· körperliche und psychische Folgeschäden durch Alkohol
· keine sozialen Kontakte
· Schulden
· nicht erledigte Behördenangelegenheiten und Unfähigkeit, diese zu bearbeiten
· keine Arbeit oder Beschäftigung
Herr T. formulierte für sich das Ziel der Abstinenz. Zum ersten Kontakt mit dem Sozialdienst des Wohnheimes erschien er mit einer Plastiktüte unsortierter, unerledigter Schreiben. Gemeinsam wurden diese sortiert und bearbeitet. Herr T. wirkte aktiv an seiner Schuldenregulierung mit. Zum Teil ließen Gläubiger sich auf Ausbuchung der Schulden ein, zum Teil zahlte Herr T. vom Taschengeld in geringen Raten seine Schulden ab.
Ein wichtiger Schwerpunkt in der Konzeption des „Haus Silberstreif“ sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich ist eine geregelte Tagesstruktur. Nach Aufnahme ins Wohnheim ging Herr T. in der Parkgruppe des LWL-Wohnverbunds Warstein einer geregelten Tätigkeit von täglich sechs Stunden nach.
Herr T. zeigte zunehmend eine körperliche wie auch psychische Stabilisierung. Eine Belastungserprobung in Form eines Praktikums bei einer Gärtnerei in Warstein zeigte, dass Herr T. den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht gewachsen ist. Daraufhin wurde beim Rentenversicherungsträger ein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt. Herr T. ist seit 2002 in den Westfälischen Werkstätten Lippstadt – Gartengruppe Warstein – tätig.
Nach fünf Jahren Wohnheim suchte Herr T. sich eine eigene Wohnung, richtete sich diese gemütlich ein. Eine Begleitung im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens war ihm auf seinem weiteren Weg zur Selbstständigkeit sehr wichtig; er nahm dieses freiwillige Hilfsangebot ernst.
Das Betreute Wohnen konnte erfolgreich nach vier Jahren beendet werden. Er hält immer noch Kontakt zum „Haus Silberstreif“. Seine Lebensgefährtin wird ebenfalls von uns im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens begleitet.
Seine jetzige Situation stellt sich wie folgt dar:
· Herr T. lebt seit zehn Jahren abstinent.
· Er hat seine Post sortiert in Ordnern mit Klarsichthüllen abgeheftet.
· Die Privatinsolvenz mit Unterstützung der Schuldenberatungsstelle ist bald abgeschlossen.
· Behördenangelegenheiten regelt er eigenständig – er verfasst Briefe am PC.
· Er geht einer geregelten sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen nach.
· Er bezieht eine EU-Rente.
· Er hat Kontakte zu seiner Familie in Form von Telefonaten und gegenseitigen Besuchen.
· Er lebt mit seiner Lebenspartnerin und deren Kindern zusammen.
· Er hat den Führerschein gemacht.
· Er hat einen eigenen Pkw.
Wie bereits erwähnt, bietet „Haus Silberstreif“ im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens auch Begleitung in Wohngemeinschaften an. Die langjährige Erfahrung zeigte immer wieder, dass den Klienten in Einzelwohnungen die sozialen Kontakte fehlen, Vereinsamung wurde kompensiert mit Suchtmitteln.
Eine unserer Sechser-Wohngruppen (WG), das zweite Beispiel erfolgreicher Integration, das wir vorstellen möchten, liegt im Zentrum eines Warsteiner Ortsteils. Sowohl die Teilhabe an der Gemeinschaft, als auch die Teilhabe am Arbeitsleben ist bei den dort derzeit lebenden Klienten gut gelungen.
Zahlreich sind die Nachbarn unserer Einladung zur Eröffnung gefolgt. Im Sinne der Nachbarschaftshilfe werden gegenseitig Werkzeuge ausgeliehen, es kommt zum „Plausch am Zaun“. Ein Klient mäht beim Nachbarn den Rasen. Die gesamte WG war zum Kommunion-Nachbarschaftskaffee eingeladen. Am Wochenende frühstücken die Klienten gemeinsam und trinken nachmittags zusammen Kaffee. In Hausversammlungen wird das Leben unter einem Dach koordiniert, zwischenmenschliche Probleme besprochen und nach Lösungen gesucht. Das Zusammenleben bietet ein gutes Übungsfeld, soziale Kompetenzen zu trainieren.
Alle sechs Klienten dieser WG gehen einer geregelten Tagesstruktur nach:
Zwei Klienten sind in der Parkgruppe des LWL-Wohnverbunds Warstein beschäftigt. Einer von ihnen versorgt samstags und sonntags die Tiere, unter anderem das Wild im Gehege. Diese verantwortungsvolle Aufgabe gibt ihm auch am Wochenende eine wertvolle Tagesstruktur.
Ein Klient geht täglich sechs Stunden in die Werkstatt für industrielle Arbeitstherapie des LWL-Wohnverbunds Warstein.
Drei Klienten haben ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis in der Werkstatt für Behinderte: zwei in der WfbM Startec in Lippstadt, einer in den Westfälischen Werkstätten Lippstadt, Gartengruppe Warstein.
Die obigen Beispiele zeigen gelungene Integration. Zur Begleitung chronisch suchtkranker Menschen gehören aber auch Rückfälle, Abbrüche oder die Notwendigkeit, in das Wohnheim zurückkehren zu können. Es ist unser Wunsch, dass jede Klientin und jeder Klient die richtige Hilfeform findet, um sie im Sinne der eigenen Ressourcen zur Erreichung seiner Ziele zu nutzen.
Marianne Rüther
Leiterin Ambulantes Wohnen
„Haus Silberstreif“
Haus Silberstreif
59581 Warstein
Telefon 02902 9773-3
Telefax 02902 9773-55